*"Rusty"* - Erinnerungen an einen guten Freund

Rusty als BFH sitzt an einer Ampel

Rusty als BFH und ich auf dem Fussweg

Rusty als BFH und ich gehen über eine Strasse

Rusty war ein großer, imposanter, wunderschöner tricolour-farbener Langhaarcollierüde und mein erster Blindenführhund. Er begleitete mich von November 1994 bis Mai 2003. Am 2. Mai 2003 ging mein treuer Helfer leider viel zu früh über die Regenbogenbrücke, doch die Erinnerungen an ihn sind immer noch lebendig!
Anlässlich einer Klassenfahrt (8. Klasse) besuchten wir eine Führhundschule. Ich war von der Arbeit dieser Hunde begeistert. Seit diesem Besuch ließ mich der Gedanke, einen solchen Begleiter später bei mir zu haben, nicht mehr los.
Schnell war mir klar, dass ich keinen Labrador oder Golden Retriever, noch einen deutschen Schäferhund haben wollte. Nein, es sollte eine ausgefallene Rasse als Führhund werden. Angesteckt durch die Filme, wollte ich einen Collie haben.
Ich mag den intelligenten und arbeitsfreudigen Collie mit seiner erhabenen Eleganz, denn genau DAS war mein Rusty für mich.
Nachdem ich in meinem Antrag für einen Blindenführhund "Collie" als bevorzugte Rasse angegeben hatte, suchte die Führhundschule 1 1/2 Jahre nach einem geeigneten Collie. Dann endlich wurde in einer Zeitungsanzeige Copper von der Schönebecker Schweiz gefunden. Rusty war damals ein ca. 9 Monate alter Collierüde und wurde von seinen Besitzern abgegeben, da er für die Zucht schon viel zu groß war. Allerdings glaubte die Trainerin damals nicht, dass Rusty sich eignen würde, denn er lebte zu diesem Zeitpunkt auf dem Land und hatte weder eine Grunderziehung genossen, noch kannte er eine Großstadt.
Doch ganz souverän und vergnügt hüpfte Rusty in Berlin aus dem Auto, stand völlig gelassen mitten auf dem Fußweg an einer Hauptstraße und begoß in aller Ruhe eine Laterne. Nach einem ersten Rundgang mit Straßenbahn- und Busfahrt und einem Abstecher in die U-Bahn, war schnell klar, dieser Collie war geeignet. Er strahlte eine solche Ruhe und Gelassenheit aus, egal ob es rings um ihn krachte oder klingelte, Menschen ihn bedrängten, er stand wo er stand! Rusty war mein sprichwörtlicher "Fels in der Brandung".
In den ersten Wochen lernte Rusty erstmal die Grundkommandos eines ganz normalen Vierbeiners und als er dann im April ein Jahr alt wurde, konnte er zum Gesundheitstest und zum HD-Röntgen. Alles war okay, nun konnte die eigentliche Ausbildung zum Blindenführhund beginnen.

Er war pfiffig und sehr gelehrig. Auch in der Ausbildung zeigte sich, dass Rusty nichts, aber auch wirklich gar nichts aus der Ruhe bringen konnte! Kein Sylvesterknaller, kein Gewitter oder geplatzter Luftballon, weder überfüllte Straßenbahnen oder Busse, drängelnde und schreiende Menschen erschreckten ihn. Rusty lernte von April bis Oktober 1994 und im November konnten wir beide unsere gemeinsame 3 wöchige Einarbeitungszeit absolvieren.
Ich war gespannt, wer mich nun in meiner Freizeit und auf dem Weg zur Arbeit begleiten würde. Rusty enttäuschte mich nicht!
Auch wenn es anfänglich Verständigungsschwierigkeiten zwischen uns gab, fanden wir doch den gemeinsamen Weg, denn es war für mich nun auch nicht einfach, einem Vierbeiner mein Vertrauen zu schenken.
Nach der dreiwöchigen Einarbeitungszeit fuhren wir beide heim. Es dauerte einige Zeit, bis wir uns so richtig zusammengerauft hatten. Denn Rusty war ein Vollblutcollie! Er hatte seinen eigenen Kopf und unsere Auffassungen der Zusammenarbeit trennten sich manchmal!
Aber gerade diese Schwächen waren es, die uns beide haben zusammen wachsen lassen.

Ich habe nie bereut, mich für einen Collie entschieden zu haben und bin heute noch immer stolz auf

Copper von der Schönebecker Schweiz, meinen langjährigen und treuen Freund Rusty!

Rusty liegt in unserer Küche

Rusty mit einem Kauknochen

Rusty steht und daneben liegt ein schwarzer Labrador Opus

© Copyright Texte/Fotos/Design by Berit & Dorit Wagner

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