"Blindenführhunde haben es schwer. Sie sind arm dran. Ständig müssen sie bei Herrchen oder Frauchen an der Leine gehen! Nie dürfen sie mit anderen Hunden spielen und herumtollen!"

Hardy rennt und es sieht aus, als wenn er fliegen würde!

Hardy sitzt vor mir - an einem umgekippten Baum 2012

Hardy und Hatty im vollen Speed! Lisa schaut zu!

Warum halten sich diese Behauptungen nur so hartnäckig?

"Ja, das frage ich mich auch! Gestatten, mein Name ist Hardy und ich bin von Beruf "BLINDENFÜHRHUND!"
Ich führe mein Frauchen zur Arbeit, begleite sie auf Reisen, in Geschäfte, auf Märkte und einfach überall dorthin, wo sie gerne hin möchte. Es macht mir riesigen Spaß aufzupassen, dass mein Frauchen nirgends dagegenläuft, keinen Bordstein herunterstürzt und an Baustellen und auf dem Fußweg parkenden Autos sicher vorbeikommt.

Was ist denn daran so schlimm und bedauernswert, dass ich arbeite und helfen kann? Wie viele meiner Artgenossen sitzen und langweilen sich den lieben langen Tag alleine zu Hause, weil Herrchen und Frauchen erst spät von der Arbeit kommen. Das wäre mir wirklich viel zu trostlos. Klar, wenn ich arbeite, muss ich andere Vierbeiner links liegen lassen. Es wäre ja für mein Frauchen auch recht unpraktisch, wenn ich beim Führen andauernd meine Nase im Rinnstein hätte oder an Laternen herumschnüffeln würde.

Zum Spielen, Toben, Rennen und Schnüffeln nutze ich ja meine Freizeit und davon bekomme ich reichlich, denn meine Chefin achtet sehr darauf, dass ich einen Ausgleich zu meiner verantwortungsvollen Arbeit habe!

Hardy schwimmt in einem sehr klaren Bergsee! Am Lago di Ledro 2005

Hardy und sein Freund Gabe kampeln und toben herum! Besuch von Gabe bei uns 2005

Hardy balanciert auf sehr hohen Holzbohlen!

Was wir beide alles so anstellen und erleben
Auf unseren täglichen Spaziergängen kann ich in aller Ruhe die neueste "Waldhundepost" lesen.

Meistens hat Frauchen auch einen Kong oder Frisbee zum Spielen mit. Da geht's ordentlich zur Sache, wenn ich einem Spielzeug hinterher rase, denn nur fliegen ist schöner!

Im Sommer gehe ich auch gern baden, aber nur wenn Frauchen etwas zum Apportieren ins Wasser wirft. Und da bin ich schon bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Apportieren. Egal ob ich im Wald Bälle, Kongs, Stöckchen, Futterbeutel und Frisbee bringe oder mich in der Wohnung mit dem Herbeischaffen und Aufheben von z. B. Hausschuhen, Taschentuchpäckchen und heruntergefallenem Kleinkram nützlich mache, Hauptsache ich kann "bringen" und "aufheben!"

Auch Hundebegegnungen und vorallem auch mal richtig mit anderen Vierbeinern toben, sind für mich Dinge, auf die ich wegen meines Berufes nicht verzichten brauche.

Leider gibt es noch viel zu häufig Menschen, die ihre Vierbeiner mit folgenden Worten dann anleinen oder zurückrufen:

"Nein, mit dem darfst du nicht spielen, der muss arbeiten!"

Ach so? Ich frage mich allerdings, wie ich "arbeiten" soll, wenn ich gerade im Gestrüpp stecke und meinen Ball suche, einen Frisbee aus der Luft fische oder weit hinterher bummele, weil ich noch schnell Zeitung gelesen habe? Nun, ich werde es mal erklären: Ich habe gelernt, Dienst von Freizeit zu unterscheiden. Im Dienst trage ich ein Führgeschirr und in der Freizeit eine Kenndecke oder auch nur ein Halsband wie jeder andere normale Hund auch.

Hardy mit Führgeschirr. Das Geschirr bedeutet Dienst!

Hardy mit Halsband

Hardy mit Kenndecke. Dies bedeutet Freizeit!

Unternehmungs- und Reiselust

Ja, auch verreisen tun WIR gerne! So war ich mit Frauchen schon 2 Mal in Dänemark, am Gardasee,

auf der schönen Ostseeinsel Usedom, bei unseren Freunden in Hamburg und Bielefeld und im herrlichen Thüringer Wald.
Viele Reisen unternehmen wir gemeinsam mit meiner kleinen Schwester Katja und ihrem Frauchen, die Schwester von meiner Chefin. Katja ist seit Juni 2007 bei uns und hat von mir alles mögliche gelernt. Erst wollte sie gar nicht so spielen, aber schon nach kurzer Zeit und mit meiner Nachhilfe tat sie es ebenso gerne wie ich. Tja und was hatte ich nun davon? Dass Katja mir immer mein Spielzeug maust, wenn ich mich um die neuesten Nachrichten kümmere und es zur Seite lege. Und genau deswegen, heißt Katja "Mausi!"
Ich bin aber auch mit Frauchen viel alleine unterwegs, ob nah oder fern, wir sind ein reiselustiges Team. So haben wir z. B. mehrmals die Schweiz unsicher gemacht, den Westerwald besucht, uns verschiedene Städte angesehen und dadurch viele nette Menschen und Hunde kennengelernt. Hier denke ich vorallem an unser schönes Wochenende in der Nähe von Nordheim, wo wir eine Langhaarcolliezüchterin und ihre Familie besucht haben.
"Einen" darf ich nun nicht vergessen hier vorzustellen. Seit November 2013 ist Enyo da, ein Labi-Goldi-Mix und mein Nachfolger. Auch wenn es mir schwer fällt, aber nach über 11 Dienstjahren lege ich mein verantwortungsvolles Amt in Enyos Pfötchen. Ich habe mich überzeugt, dass er ebenso sorgsam seinen Dienst erledigt und ähnliche Vorlieben für's Spielen und Reisen hat wie ich. So kann ich nun meinen wohl verdienten Ruhestand genießen und dem jungen Hüpfer noch paar Manieren beibringen!
Mit diesem Bericht hoffe ich, etwas "Licht in das Freizeit-Dunkel" eines Blindenführhundes gebracht zu haben.
Es wuffen herzlich - Hardy und Enyo!"

Anmerkung des Webmasters - dieser Text bleibt als Erinnerung an "Hardy vom Ihlpol" in dieser Version bestehen.

Hardy, Katja und Gabe sitzen brav neben einem Wildschwein aus Bronze. Ausflug Wildpark Hamburg 2007

Katja am Ostseestrand 2011 - unsere Mausi

Hardy und Katja sitzen im Schnee nebeneinander und schauen in entgegengesetzte Richtungen! Winterurlaub 2008

Hardy, Hanifah und Hamasy - Besuch bei den Sonnenpferd Collies 2010

Berit mit Hardy, Katja und Enyo 2013

Hardy und Hamasy - ein KHC und ein LHC - Besuch bei den Sonnenpferdchen 2010

© Copyright Text/Design by Berit & Dorit Wagner - Textkorrektur mit freundlicher Unterstützung von M. Peiler

© Copyright Fotos Dorit Wagner - Roswitha Krüger - Anke Pahlke - Petra Zimmermann

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